"Peter-Klaus Wittmann – Bilder, Gouachen, Zeichnungen" 1984

Beschäftig man sich mit der Kunst des Malers Peter-Klaus Wittmann, so stellt man fest, dass sie sich in keine Richtung und keinen, wie auch immer gearteten, -ismus zwängen lässt. Natürlich sieht man Vorbilder, entdeckt ein Sich-Beschäftigen mit der Tradition, entdeckt Anklänge an große Kollegen. Immer jedoch handelt es sich um "Zitate" und nicht um "Nachschöpfungen". So unterschiedlich auch die von ihm verwendeten Techniken sind, immer erkennt man eine ihm eigene, unverwechselbare Handschrift.

Wittmann ist in zwei grundsätzlich verschiedenen Kulturkreisen zu Hause- Einen großen Teil des Jahres verbringt er in seinem Haus im Bergland Nepals, weitab jeglicher menschlicher Nähe. Aus dem krassen Gegensatz der dortigen und hiesigen Erfahrungen muß auch sein Werk gesehen werden. Dort die intensive Beschäftigung mit dem Zen-Buddhismus, die ihn veranlasst, so weit wie möglich zu reduzieren und nur noch das Wesentliche gelten zu lassen; hier die harten, oft verzweifelt zynischen Zeichnungen und Bilder, das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit Staat, Gesellschaft und Kirche.

Wittmanns Bilder zeigen nicht willkürlich gesuchte oder konstruierte Themen, sondern das direkt Vorgefundene wird verarbeitet, Oft wird der Betrachter durch die Spontaneität des Striches gleichermaßen fasziniert und verunsichert. Vielleicht hilft ein Satz von ihm selbst den Einstieg in seine Arbeiten zu erleichtern: "Wenn die Fähigkeit sich zu entscheiden nur im Augenblick liegt, so sind Vergangenheit und Zukunft damit abgedeckt und festgelegt."